Wann sollte man einen Termin beim Augenarzt vereinbaren?

Wann sollte man einen Termin beim Augenarzt vereinbaren?

Das Sehen ist einer unserer wichtigsten Sinne – und doch warten viele Menschen zu lange, bevor sie ihre Augen untersuchen lassen. Mit zunehmendem Alter verändert sich das Sehvermögen, und manche Augenerkrankungen entwickeln sich schleichend, ohne dass man es sofort bemerkt. Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig zu handeln. Hier erfahren Sie, wann ein Besuch beim Augenarzt sinnvoll ist – und was Sie dort erwartet.
Regelmäßige Kontrollen – auch ohne Beschwerden
Selbst wenn Sie keine Sehprobleme haben, lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt. Viele Erkrankungen wie Grüner Star (Glaukom) oder altersbedingte Makuladegeneration können frühzeitig erkannt werden, bevor sie das Sehvermögen beeinträchtigen.
Als allgemeine Empfehlung gilt:
- Erwachsene unter 40 Jahren sollten ihre Augen etwa alle 5 bis 10 Jahre untersuchen lassen.
- Menschen zwischen 40 und 60 Jahren sollten alle 2 bis 4 Jahre zur Kontrolle gehen.
- Personen über 60 Jahre sollten mindestens alle 1 bis 2 Jahre einen Termin vereinbaren.
Wer an Diabetes, Bluthochdruck oder anderen chronischen Erkrankungen leidet, sollte häufiger zum Augenarzt gehen, da diese Krankheiten die Augen in Mitleidenschaft ziehen können.
Symptome, die Sie ernst nehmen sollten
Manche Veränderungen des Sehens erfordern rasches Handeln. Wenn Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome bemerken, sollten Sie bald einen Termin beim Augenarzt vereinbaren:
- Verschwommenes oder doppeltes Sehen – kann auf Fehlsichtigkeit oder eine beginnende Augenerkrankung hinweisen.
- Plötzliche Sehstörungen – etwa Lichtblitze, dunkle Flecken oder Schatten im Gesichtsfeld.
- Schmerzen im oder um das Auge, besonders in Verbindung mit Rötung oder Schwellung.
- Trockene, juckende oder tränende Augen, die sich nicht durch handelsübliche Tropfen bessern.
- Häufige Kopfschmerzen, die durch Überanstrengung der Augen verursacht sein können.
- Schwierigkeiten beim Sehen in der Dämmerung oder beim Lesen kleiner Schrift, selbst mit Brille.
Diese Symptome können viele Ursachen haben – aber es ist immer besser, sie abklären zu lassen, als abzuwarten.
Kinder und Jugendliche – das Sehvermögen im Wachstum
Das Sehvermögen von Kindern entwickelt sich über viele Jahre. Eine frühzeitige Erkennung von Sehfehlern ist entscheidend für Lernen und Entwicklung. Wenn ein Kind schielt, häufig die Augen zusammenkneift, über Kopfschmerzen klagt oder Schwierigkeiten beim Lesen hat, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.
Auch wenn Kinder regelmäßig beim Kinderarzt oder Optiker getestet werden, kann der Augenarzt genauere Untersuchungen durchführen und gegebenenfalls eine Behandlung einleiten.
Wenn Sie chronische Erkrankungen haben
Bestimmte Krankheiten erhöhen das Risiko für Augenerkrankungen, zum Beispiel:
- Diabetes mellitus, der zu einer diabetischen Retinopathie führen kann.
- Bluthochdruck, der die Blutgefäße im Auge schädigen kann.
- Rheumatische Erkrankungen oder Schilddrüsenstörungen, die Entzündungen oder Schwellungen im Augenbereich verursachen können.
Wenn Sie an einer dieser Erkrankungen leiden, sollten Sie die empfohlenen Kontrollintervalle Ihres Arztes einhalten – auch ohne akute Beschwerden.
Was passiert beim Augenarzt?
Ein Termin beim Augenarzt beginnt in der Regel mit einem Gespräch über Ihre Symptome und Ihre Krankengeschichte. Danach folgen verschiedene Untersuchungen, zum Beispiel:
- Sehtest und Bestimmung der Sehschärfe.
- Messung des Augeninnendrucks zur Früherkennung von Grünem Star.
- Untersuchung der inneren Augenstrukturen mit speziellen Geräten.
- Gegebenenfalls Erweiterung der Pupillen, um die Netzhaut genau beurteilen zu können.
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei, und Sie erhalten in der Regel sofort eine erste Einschätzung. Falls Auffälligkeiten festgestellt werden, kann der Augenarzt eine Behandlung einleiten oder Sie an eine Spezialklinik überweisen.
Vorbeugung und Selbstfürsorge
Sie können selbst viel tun, um Ihre Augen gesund zu halten:
- Tragen Sie Sonnenbrillen mit UV-Schutz, um Ihre Augen vor schädlicher Strahlung zu schützen.
- Achten Sie auf eine vitaminreiche Ernährung, insbesondere mit grünem Gemüse, das Lutein und Zeaxanthin enthält.
- Rauchen Sie nicht – Nikotin erhöht das Risiko für altersbedingte Augenerkrankungen.
- Gönnen Sie Ihren Augen regelmäßige Pausen bei Bildschirmarbeit – die 20-20-20-Regel (alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf etwas in 20 Metern Entfernung schauen) hilft gegen Ermüdung.
- Sorgen Sie für gute Beleuchtung, wenn Sie lesen oder arbeiten.
Ein Check kann den Unterschied machen
Viele Augenerkrankungen lassen sich gut behandeln, wenn sie früh erkannt werden. Warten Sie also nicht, bis Ihr Sehvermögen deutlich nachlässt. Ein regelmäßiger Besuch beim Augenarzt ist eine Investition in Ihre Lebensqualität – und in den Erhalt eines klaren Blicks für die Zukunft.













