Wechsel des Arztes? So stellen Sie sicher, dass Ihre Gesundheitsdaten mitkommen

So behalten Sie den Überblick über Ihre medizinischen Unterlagen beim Arztwechsel
Arzt
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2 min
Ein Wechsel des Hausarztes kann viele Gründe haben – doch Ihre Gesundheitsdaten sollten dabei nicht verloren gehen. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Patientenakte sicher übertragen lassen, welche Rechte Sie haben und wie die elektronische Patientenakte (ePA) den Prozess erleichtert.
Filipp Linke
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Wechsel des Arztes? So stellen Sie sicher, dass Ihre Gesundheitsdaten mitkommen

So behalten Sie den Überblick über Ihre medizinischen Unterlagen beim Arztwechsel
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Ein Wechsel des Hausarztes kann viele Gründe haben – doch Ihre Gesundheitsdaten sollten dabei nicht verloren gehen. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Patientenakte sicher übertragen lassen, welche Rechte Sie haben und wie die elektronische Patientenakte (ePA) den Prozess erleichtert.
Filipp Linke
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Ein Arztwechsel gehört für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Leben – sei es wegen eines Umzugs, eines neuen Arbeitsplatzes oder einfach, weil man sich eine andere Praxis wünscht. Doch was passiert eigentlich mit den eigenen Gesundheitsdaten, wenn man den Hausarzt wechselt? Werden sie automatisch übertragen, oder muss man selbst aktiv werden? Hier erfahren Sie, wie der Prozess in Deutschland funktioniert und was Sie tun können, um sicherzustellen, dass keine wichtigen Informationen verloren gehen.

Ihre Patientenakte – was mit ihr passiert

In Deutschland ist jede Arztpraxis verpflichtet, eine Patientenakte zu führen. Diese enthält alle relevanten Informationen zu Diagnosen, Behandlungen, Medikamenten, Laborwerten und Befunden. Wenn Sie den Arzt wechseln, wird diese Akte nicht automatisch an die neue Praxis übermittelt. Der Datenschutz spielt hier eine zentrale Rolle: Ihre Daten dürfen nur mit Ihrer ausdrücklichen Einwilligung weitergegeben werden.

Das bedeutet: Sie müssen Ihren bisherigen Arzt bitten, Ihre Unterlagen an den neuen Arzt zu übermitteln oder Ihnen eine Kopie auszuhändigen. In der Regel geschieht dies auf elektronischem Weg oder in Papierform. Manche Praxen verlangen für Kopien eine geringe Gebühr, insbesondere wenn umfangreiche Unterlagen ausgedruckt werden müssen.

So gehen Sie beim Arztwechsel vor

  1. Neuen Arzt auswählen: Suchen Sie sich zunächst eine neue Hausarztpraxis, die Sie aufnehmen kann. In vielen Regionen können Sie online über die Website der Kassenärztlichen Vereinigung oder über Arztbewertungsportale nach geeigneten Praxen suchen.
  2. Alte Praxis informieren: Teilen Sie Ihrer bisherigen Praxis mit, dass Sie den Arzt wechseln möchten, und bitten Sie um die Weitergabe Ihrer Patientenakte.
  3. Einwilligung erteilen: Damit Ihre Daten übermittelt werden dürfen, müssen Sie eine schriftliche Einverständniserklärung unterschreiben.
  4. Übertragung abwarten: Die Übermittlung erfolgt meist innerhalb weniger Tage. Ihr neuer Arzt kann dann auf die relevanten Informationen zugreifen und Ihre Behandlung nahtlos fortsetzen.

Elektronische Patientenakte (ePA) – die digitale Lösung

Seit 2021 steht gesetzlich Versicherten in Deutschland die elektronische Patientenakte (ePA) zur Verfügung. Sie wird von den Krankenkassen angeboten und kann über eine App oder ein Online-Portal verwaltet werden. In der ePA können Sie selbst entscheiden, welche Dokumente gespeichert werden und welche Ärzte Zugriff erhalten.

Vorteile der ePA:

  • Ihre Gesundheitsdaten sind zentral und sicher gespeichert.
  • Sie behalten die Kontrolle über den Zugriff.
  • Beim Arztwechsel müssen keine Papierunterlagen mehr übertragen werden.
  • Befunde, Impfungen, Medikationspläne und Krankenhausberichte können digital eingesehen werden.

Wenn Sie die ePA aktiv nutzen, kann Ihr neuer Arzt – mit Ihrer Zustimmung – direkt auf Ihre bisherigen Gesundheitsdaten zugreifen. Das erleichtert den Übergang erheblich.

Besondere Behandlungsverläufe und Fachärzte

Wenn Sie sich in einer laufenden Behandlung befinden, etwa bei einem Facharzt oder in einer Klinik, sollten Sie Ihren neuen Hausarzt darüber informieren. Auch wenn die wichtigsten Daten übermittelt werden, ist es hilfreich, eine kurze Übersicht über aktuelle Therapien, Medikamente oder Diagnosen bereitzuhalten. So kann sich Ihr neuer Arzt schnell ein vollständiges Bild machen.

Falls Sie Unterlagen von Fachärzten oder Krankenhäusern besitzen, können Sie diese ebenfalls in die ePA hochladen oder in Papierform mitbringen.

Datenschutz und Ihre Rechte

Gesundheitsdaten gehören zu den sensibelsten personenbezogenen Informationen. Sie sind durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) besonders geschützt. Nur medizinisches Personal, das an Ihrer Behandlung beteiligt ist, darf auf Ihre Daten zugreifen – und auch nur mit Ihrer Zustimmung.

Sie haben das Recht:

  • Einsicht in Ihre Patientenakte zu verlangen
  • Kopien Ihrer Unterlagen zu erhalten
  • Fehlerhafte Daten berichtigen zu lassen
  • Die Löschung nicht mehr benötigter Informationen zu beantragen

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Daten unrechtmäßig verwendet oder nicht korrekt übertragen wurden, können Sie sich an Ihre Krankenkasse oder an die zuständige Datenschutzbehörde wenden.

So machen Sie den Wechsel reibungslos

Auch wenn der Arztwechsel in Deutschland etwas Eigeninitiative erfordert, können Sie den Prozess leicht gestalten, indem Sie:

  • Eine Liste Ihrer aktuellen Medikamente und Allergien bereithalten
  • Ihre wichtigsten Befunde oder Arztbriefe sammeln
  • Ihre ePA aktiv nutzen und aktuell halten
  • Frühzeitig um die Übertragung Ihrer Akte bitten

So stellen Sie sicher, dass Ihr neuer Arzt alle relevanten Informationen erhält und Ihre Behandlung ohne Unterbrechung fortgesetzt werden kann.

Fazit: Gut vorbereitet in die neue Praxis

Ein Arztwechsel muss kein komplizierter Schritt sein. Mit etwas Vorbereitung und dem Wissen um Ihre Rechte behalten Sie die Kontrolle über Ihre Gesundheitsdaten. Ob klassisch per Papierakte oder digital über die elektronische Patientenakte – wichtig ist, dass Ihre medizinische Geschichte vollständig und sicher mitkommt. So können Sie sich darauf verlassen, dass Ihr neuer Arzt Sie von Anfang an bestmöglich betreuen kann.

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